„Wir brauchen etwas, auf das wir uns verlassen können. Etwas, woran wir glauben können. Gemeinsame Ziele, auf die wir uns einigen können.“
So beschreibt PcPs CTO Michael Habekost die Notwendigkeit einer EPD. Auch wenn EPDs technisch schwierig zu lesen sein können, sind sie zu einer gemeinsamen Sprache für CO₂-Fußabdrücke geworden.
Innerhalb weniger Jahre hat sich die EPD von einem Dokument, das nur von den größten Unternehmen diskutiert wurde, zu einem integralen Bestandteil gewöhnlicher Bauprojekte entwickelt. Nicht, weil die Bauindustrie mehr Papierarbeit braucht, sondern weil Daten entscheidend geworden sind, um verlässliche und einheitliche Informationen zum Vergleich der Umweltauswirkungen von Produkten zu erhalten.
Bei PcP war die Erstellung von EPDs für bis zu 90 % der Gitterroste keine reine Schreibtischübung. Es war ein Prozess, der bis zu den ersten Sicherheitsrosten in den 1970er-Jahren zurückreicht und die Organisation dazu zwang, eigene Zahlen, Lieferantendaten und Annahmen kritisch zu hinterfragen.
„Die EPD ist schwer zu verstehen”, sagt Habekost. „Aber es ist wichtig, die Geschichte zu erzählen.
„Bereits in den 1990er-Jahren haben wir mit der Umstellung auf grüne Energie begonnen“, erklärt Habekost. „Wir haben zunächst alle Leuchtmittel ausgetauscht und sind anschließend von kohlebefeuerter Fernwärme auf Erdgas umgestiegen.“
Laut Habekost hängt dies mit der Unternehmenskultur zusammen. Es gab nie eine große Distanz zwischen Management und Produktion. Entscheidungen über Materialien und Energieverbrauch waren keine isolierten Strategiepunkte, sondern Teil des täglichen Handelns.
„Der explizite Fokus auf Nachhaltigkeit kam später“, so Habekost. „Aber die Logik war damals richtig – und sie ist es noch immer.“
Die EPD war daher nicht der Beginn der Nachhaltigkeit bei PcP. Sie diente der Dokumentation von etwas, das bereits fest verankert war.
Zwar kann eine EPD wie ein Qualitätssiegel wirken. Das ist sie jedoch nicht.
„Eine EPD ist kein Zertifikat im traditionellen Sinne“, betont Habekost. „Sie sagt nicht: ‚Dieses Produkt ist jetzt nachhaltig.‘“ Sie sagt: ‚Hier ist die Umweltwirkung, die wir dokumentieren können – berechnet nach einem bestimmten Standard, mit klar definierter Systemgrenze und von einer unabhängigen dritten Partei verifiziert.‘“
Eine EPD bewertet also nicht, ob ein Produkt gut oder schlecht ist. Sie stellt Daten bereit.
Man kann sie mit der Nährwerttabelle auf der Rückseite eines Produkts im Supermarkt vergleichen. Diese sagt nicht, ob ein Produkt gesund ist, sondern was es enthält.
Hinter jeder EPD steht eine LCA (Life Cycle Assessment), also eine Lebenszyklusanalyse. Dabei werden die Umweltauswirkungen eines Produkts berechnet – von der Rohstoffgewinnung über die Produktion bis hin zur Entsorgung und zum Recycling. Die EPD ist die standardisierte und von Dritten geprüfte Version dieser Analyse.
EPDs ermöglichen Vergleiche auf einheitlicher Basis, können direkt in Umweltbilanzen verwendet werden und erhöhen die Transparenz von Umweltdaten.
In einer Zeit, in der Begriffe wie „nachhaltig” und „grün” immer häufiger verwendet werden, wird Transparenz selbst zu einem Wettbewerbsfaktor. Sobald Zahlen verifiziert sind, verschiebt sich die Diskussion von Meinungen hin zu dokumentierten Fakten.
Hier entfaltet die EPD ihre Stärke, nicht als Richter, sondern als gemeinsamer Referenzpunkt.
Weil die EPD in der Praxis nutzbar sein musste.
Viele Unternehmen entscheiden sich für einen pragmatischen Ansatz und erstellen EPDs für ein einzelnes Produkt oder einige Standardprodukte. Das ist einfacher, schneller und kostengünstiger.
PcP entschied sich jedoch für einen anderen Weg: Anstatt nur ein Produkt zu dokumentieren, wurde nahezu die gesamte Produktion abgedeckt – in der Praxis rund 90 %.
Der Großteil des CO₂-Fußabdrucks entstammt den Rohstoffen, insbesondere Stahl und Aluminium. Wer nur einen kleinen Teil der Produktion dokumentiert, riskiert ein verzerrtes Bild.
Bei Stahl ist dieses Paradoxon offensichtlich.
Das Material hat eine lange Lebensdauer und kann unbegrenzt recycelt werden, was eine große Stärke ist. Doch der Herstellungsprozess selbst ist energieintensiv.
„Wir müssen an der Produktion selbst ansetzen“, sagt Habekost. „Elektroöfen müssen die alten kohlebefeuerten Anlagen ersetzen – und sie müssen mit grüner Energie betrieben werden.“
Die Abdeckung von 90 % des Sortiments machte den Prozess zwar komplexer, aber auch präziser.
Zu Beginn wurden Materialien, Legierungen, Prozesse und Energieverbräuche systematisch erfasst.
Daten sind selten an einem Ort gebündelt. Es braucht interne Koordination und ein Modell, das mit dieser Komplexität umgehen kann.
Ist das Modell zu einfach, lässt sich die EPD zwar schnell erstellen, sie bietet jedoch eine schwächere Entscheidungsgrundlage
Während des Projekts wurde beispielsweise die Norm EN 15804 von A1 auf A2 überarbeitet.
Das bedeutete, dass die auf Basis von A1 erhobenen Lieferantendaten nicht mehr in den neuen Berechnungsrahmen passten.
„Das führt dazu, dass unsere Werte höher ausfallen, weil sie auf generischen Daten beruhen“, erklärt Habekost.
Eine EPD ist eine Momentaufnahme. Wenn Lieferanten ihren CO₂-Fußabdruck reduzieren, muss die EPD aktualisiert werden.
Eine EPD ist nur so präzise wie die zugrunde liegenden Daten.
Der wertvollste Effekt der EPD-Arbeit war jedoch nicht das Dokument selbst.
Es war die gewonnene Erkenntnis.
Die Arbeit bestätigte:
EPDs werden voraussichtlich zu einem festen Bestandteil der Standarddokumentation in Bauprojekten.
Die EPD-Dokumentation dient dazu, Nachhaltigkeitsarbeit verständlich zu machen. Aber sie ist kein Zertifikat. Es ist etwas, woran man kontinuierlich arbeiten muss. Es ist ein fortlaufender Prozess.“
Vi forventer, at EPD i stigende grad bliver en integreret del af standarddokumentationen i byggeprojekter – på samme måde som vi har set det med CE-mærkning (EN 1090) og kvalitetssystemer.
Det sker ikke fra den ene dag til den anden. Men når kravene til dokumentation bliver en fast del af projektleverancen, bliver EPD ikke et “nice to have”. Det bliver en forudsætning.
Og netop derfor er det vigtigt, at EPD-fortællingen også bliver lettere at forstå: ikke mindre faglig, men mere gennemskuelig. For hvis data skal skabe tillid, skal de både kunne kontrolleres – og kunne forklares.
Som Habekost ser det: ”EPD-dokumentation er til at gøre arbejdet med bæredygtighed forståelig. Men det er ikke et certifikat. Man får certificeret nogle egenskaber på et produkt. Det er noget man skal arbejde videre med. Det er en ongoing proces.”